Wenn ihr mich sucht,
sucht mich in euren Herzen.
Habe ich dort eine Bleibe gefunden,
bin ich immer bei euch.

Antoine de Saint-Exupéry
Französischer Schriftsteller (1900-1944)

Aktuelles

Das digitale Leben nach dem Tod

Menschen gehen, Daten bleiben. Was passiert mit unseren Social-Media-Profilen, wenn wir tot sind?

Vor wenigen Wochen sorgte eine Facebook-Panne dafür, dass das soziale Netzwerk zwei Millionen seiner Nutzer kurzerhand für tot erklärte, darunter auch Mark Zuckerberg. Auf dem Profil des Facebook-Gründers war die Gedenknachricht fälschlicherweise eingeblendet: «Wir hoffen, die Menschen, die Mark lieben, finden Trost in den Dingen, die hier geteilt werden, um an ihn zu erinnern und sein Leben zu feiern.» Der Systemfehler klärte sich rasch auf. Einige Nutzer protestierten gegen ihren digitalen Tod. «Hallo Facebook, ich bin nicht tot», schrieb Twitter-Nutzer Jonathan Sabin. Facebook entschuldigte sich später für den makabren Vorfall.

Doch die Panne gibt Anlass, über den digitalen Tod zu reflektieren. Etwa alle drei Minuten stirbt in Deutschland ein Facebook-Nutzer, ohne zu entscheiden, was mit geposteten Inhalten, Likes und Fotos passieren soll. Das geht aus dem Portal «machts-gut.de» der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hervor (Die Zahl verstorbener Nutzer in der Schweiz wollte die für Facebooks Pressearbeit zuständige Agentur nicht angeben).

Die Website hat ein paar interessante Tipps bereitgestellt, wie man seinen digitalen Nachlass regelt oder Internetanbieter mit Todesfällen umgehen. Was passiert im Fall meines Ablebens mit meinem Facebook-Konto? Facebook-Nutzer können bestimmen, ob ihr Konto dauerhaft gelöscht oder in einen sogenannten «Gedenkzustand» versetzt werden soll. «Konten im Gedenkzustand stellen für Freunde und Familienangehörige eine Möglichkeit dar, zusammenzukommen und Erinnerungen zu teilen, wenn eine Person verstorben ist», heisst es bei Facebook. Im Profil der Person wird neben ihrem Namen «In Erinnerung an» angezeigt. Abhängig von den Privatsphäre-Einstellungen des Kontos können Freunde auf der Pinnwand Erinnerungen teilen und kondolieren – die Chronik wird zu einer Art interaktivem Grabstein.

Bürokratischer als die Verwaltung

Facebook bietet die Möglichkeit, in der Rubrik «Einstellungen» und «Sicherheit» einen Nachlasskontakt zu bestimmen. Sobald das Konto in den Gedenkzustand versetzt wurde, kann der Nachlasskontakt Beiträge für das Profil verfassen, auf neue Freundschaftsanfragen reagieren oder das Profil- und Titelbild aktualisieren. Der Nachlasskontakt darf jedoch keine zuvor geposteten Beiträge oder Fotos aus der Chronik entfernen, keine Nachrichten lesen und auch keine Freunde entfernen. Das Problem ist, wenn kein Nachlasskontakt bestimmt wurde und den Hinterbliebenen die Passwörter zu den Online-Konten des Verstorbenen fehlen. In diesem Fall ist man auf die Regelungen der Internetanbieter angewiesen.

Unter Vorlage einer Sterbeurkunde oder anderer «Berechtigungsnachweise» wie Vollmacht, Geburtsurkunde oder Testament versetzt Facebook Konten verstorbener Nutzer in den Gedenkzustand oder löscht die Accounts. Auch bei Twitter können Familienangehörige oder Nachlassverwalter den Tod eines Nutzers anzeigen. Dafür benötigt werden die Kopie der Sterbeurkunde, eine Kopie des offiziellen Ausweisdokuments, das die Identität bescheinigt, sowie ein notariell beglaubigtes Dokument, aus dem Name, E-Mail und Kontaktdaten des Verstorbenen hervorgehen. Der digitale Nachlass ist mindestens so bürokratisch wie der analoge. Die sozialen Netzwerke gerieren sich in ihrer Account-Verwaltung wie eine Behörde.

Der grösste Friedhof der Welt

Google hat für den Umgang mit Online-Konten Verstorbener einen Kontoinaktivitätsmanager eingerichtet (das klingt freilich etwas arg technisch). Hier können bis zu zehn Personen benannt werden, die über die Inaktivität benachrichtigt werden sollen. Der Nutzer kann eine bestimmte Time-out-Period festlegen (zwischen 3 und 18 Monaten), ab der Konto-Inaktivitätsmanager greift und die Berechtigten Zugriff auf die Daten haben.

Trotz digitaler Nachlassverwaltung leben die verstorbenen Nutzer als Karteileichen in sozialen Netzwerken fort. Posts, Nachrichten, Bilder landen in Kontexten, wo sie der Verstorbene womöglich gar nicht haben wollte.

Menschen gehen, Daten bleiben. Jeden Tag sterben 10 000-Facebook-Nutzer, seit der Gründung des sozialen Netzwerks sind bereits 30 Millionen Nutzer den letzten Weg gegangen. Statistiker haben errechnet, dass im Jahr 2065 die Zahl toter Facebook-Nutzer die lebendiger übersteigen könnte. Facebook wäre dann der grösste virtuelle Friedhof aller Zeiten – wenn es das soziale Netzwerk bis dahin überhaupt noch gibt.

schweizamsonntag.ch

Organspende: Warum jeder Deutsche nach dem Tod Spender werden sollte

20 Prozent der Deutschen äußern Angst und Unsicherheit gegenüber einer Spende. Thomas Biet von der Deutschen Stiftung Organtransplantation hat Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema.

Eine junge Frau, gerade einmal Anfang zwanzig, sitzt mit Schläuchen im Arm auf einem Krankenhausstuhl. Ihr Blut wird gereinigt. Für sie ist das nichts Neues, dreimal pro Woche für jeweils sechs Stunden ist sie hier im Dialyse-Zentrum. Seit sie 17 Jahre alt ist, leidet sie an Niereninsuffizienz. Ihr Zustand verbessert sich nicht. Eine Spenderniere könnte sie retten, seit zwei Jahren steht sie auf der Warteliste von Eurotransplant. Sie wartet bisher vergebens.

Es sind Szenen, die sich in der Bundesrepublik zuhauf abspielen. Szenen, die oft unnötig wären, würde die Organspende besser funktionieren. Frankreich hat dieses Jahres deshalb einen Schritt nach vorn gemacht und ein Gesetz eingeführt, wonach jeder Franzose nach seinem Tod automatisch Organspender ist - es sei denn, er widerspricht vor seinem Ableben ausdrücklich einer Organentnahme.

Es ist damit das 23. europäische Land, in dem die Organspende so geregelt wird. Auch die Niederlande will nachziehen und hat sich Ende 2016 für dieses Gesetz ausgesprochen.

Die Mehrzahl der europäischen Länder handhabt die Organspende so wie Frankreich. Dennoch ist der Aufschrei über die Entscheidung groß. Viele Menschen empfinden die vorgeschriebene Organspende als Eingriff in die persönliche Entscheidungsgewalt, in das private Leben. Das ist auf den ersten Blick natürlich auch so. Die Frage ist daher: Warum ist so ein Gesetz überhaupt nötig? Mehr noch:

Wieso muss man Menschen zu altruistischem Handeln zwingen?

Laut des Bundesgesundheitsministers Hermann Gröhe stirbt in Deutschland alle acht Stunden ein Mensch, weil kein passendes Organ gefunden werden kann. "Kann" - nicht "wird". Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sind 81 Prozent der Deutschen durchaus bereit, ihre Organe zu spenden. Dennoch besitzt nur ein Drittel einen Organspendeausweis.

Machen wir es konkreter: Laut den letztmalig erhobenen Zahlen 2015, benötigen in Deutschland 10.211 Menschen ein lebensrettendes Organ, am prominentesten hierbei immer noch die Niere. Die Anzahl der durchgeführten Organspenden lag 2015 jedoch nur bei 877. Demnach konnten nur 8,59 Prozent der notwendigen Organspenden durchgeführt werden. Wäre es bei so einer Faktenlage nicht notwendig, es Frankreich gleichzutun?

Wie ist die Gesetzeslage in Deutschland?

Das Transplantationsgesetz, das es in Deutschland seit 1997 gibt, regelt die Zulässigkeit von Organspenden. Drei Varianten sind dabei möglich:

Zustimmungslösung
Diese Regelung galt in Deutschland bis 2012. Heute gilt sie noch in fünf europäischen Ländern (abzüglich der Niederlande), wie der Schweiz, Dänemark oder Großbritannien. Sie sieht vor, dass wir zu Lebzeiten, z.B. durch einen Organspendeausweis, festlegen, ob wir einer Organentnahme nach unserem Tod zustimmen oder nicht. Dabei kann auch festgelegt werden, für welche Organe das Einverständnis gilt. Liegt keine Zustimmung vor, können Angehörige über die Entnahme entscheiden.

Widerspruchslösung
Die gilt seit Neuestem auch in Frankreich, darüber hinaus u.a. in Belgien, Finnland, Italien oder Spanien. Nach dieser Regelung ist jeder automatisch Organspender, wenn er zu Lebzeiten nicht ausdrücklich einer Entnahme widersprochen hat. Konkret sieht die Widerspruchsregelung vor, dass jeder Bürger über 18 Jahren darüber informiert wird, dass seine Organe nach seinem Tod für Organspenden entnommen werden können. Der Bürger hat dann zwei Wochen das Recht, dieser Regelung zu widersprechen oder sie auf bestimmt Organe einzugrenzen. Außerdem besteht die Möglichkeit, die Entscheidung Angehörigen zu überlassen.

Entscheidungslösung
Deutschland ist seit 2012 das einzige europäische Land, dass diese Regelung gesetzlich vertritt. Jeder soll die eigene Bereitschaft zur Organspende auf der Grundlage von Informationen prüfen und schriftlich festhalten. Die gesetzlichen und privaten Krankenkassen als auch die Versicherungen stellen ihren Versicherten hierfür alle zwei Jahre einen Organspendeausweis zur Verfügung, verbunden mit der Aufforderung, die persönliche Entscheidung darüber schriftlich festzuhalten. Dabei kann die Entscheidung sowohl für oder gegen eine Organ- und Gewebespende getroffen werden oder ganz auf eine Entscheidung verzichtet werden.

Warum vertritt Deutschland die Entscheidungslösung?

Laut der BZgA ist das Ziel der Entscheidungslösung, die Bereitschaft zur Organspende zu fördern, um mehr Menschen die Chance zu geben, ein lebensrettendes Organ zu erhalten. Das soll durch eine "neutrale und ergebnisoffene Information aller Bürger erfolgen; jeder soll regelmäßig in die Lage versetzt werden, sich mit der Frage der eigenen Spendebereitschaft ernsthaft zu befassen und seine Entscheidung auch zu dokumentieren."

Die Krankenkassen und Versicherungen sollen deshalb regelmäßig über die Organ- und Gewebespende informieren und Spendeausweise aushändigen. Das tun sie seit 2012 laut des Spitzenverbandes gesetzlicher Krankenkassen auch. Dennoch ist die Anzahl der durchgeführten Organspenden seit 2012 rückläufig. Auch die Zahl derer, die einen Spendeausweis besitzen, ist nicht nennenswert gestiegen. Wie kann das sein?

So stehen die Deutschen zur Organspende

Eine bundesweite Repräsentativbefragung der BZgA von 2016 macht deutlich: Obwohl seit 2012 über Organspenden aufgeklärt wird, haben sich 42 Prozent der Deutschen laut eigener Aussage nicht oder nur wenig mit Organspenden beschäftigt - und sich deshalb noch gar nicht entschieden. 16 Prozent der Deutschen setzen sich - aus welchen Gründen auch immer - bewusst nicht mit dem Thema auseinander.

Contra: Nur acht Prozent der Deutschen sind per se gegen eine Spende. Der Hauptgrund, nicht zu spenden, ist die Vorstellung, als Spender nicht infrage zu kommen. Vielleicht, weil sich der ein oder andere denkt, "Meine verrauchte Lunge braucht eh kein Mensch."

Natürlich spielt auch das Kopfkino eine große Rolle: 20 Prozent der Deutschen wollen aus Angst oder Unsicherheit keine Organe spenden, 19 Prozent aus Angst vor Missbrauch. Das ist vor dem Hintergrund des Organspendeskandals von 2012 in gewisser Weise auch verständlich. Viele Menschen befürchten, man ließe sie für ein Organ eher sterben, als ihr Leben zu retten. Das Vertrauen in das System ist mangelhaft. Aus religiösen oder ethischen Gründen entscheiden sich hingegen aller Vorurteile im Übrigen nur zwölf Prozent gegen eine Organspende.

Ein Blick auf die Pro-Seite macht deutlich: Selbstlosigkeit muss nicht erzwungen werden. 77 Prozent der Deutschen, die sich für eine Organspende entschieden haben, gaben den Wunsch an, anderen zu helfen, um dem eigenen Tod einen Sinn zu geben. Auch das ist Kopfkino, wenn auch in die andere Richtung.

Erstaunlich hingegen: Nur fünf Prozent derer, die einer Organspende zugestimmt haben, taten dies, weil es einen großen Bedarf an Organen und lange Wartelisten gibt. Das Hauptkriterium, warum der Bund Kampagnen und Werbung für Spendeausweise macht und sich für eine Entscheidungslösung ausgesprochen hat, die genau diese Botschaft in die Bevölkerung tragen soll, wird von den Adressaten also kaum beachtet.

Was bedeutet das konkret für uns?

In Anbetracht dieser Zahlen müssen wir uns vor Augen halten: So nett die Idee einer regelmäßigen Befragung und Aufklärung der Bürger ist, gebracht hat sie bisher augenscheinlich nichts. Der Gedanke allein, Gutes zu tun, ist löblich, aber er rettet kein Leben. Länder, die sich für die Widerspruchsregelung ausgesprochen haben, aber schon: Dort konnten im Schnitt 25 Prozent mehr Transplantationen durchgeführt werden als vorher.

Natürlich ist die Auseinandersetzung mit dem Tod nicht schön oder angenehm. Aber sie ist notwendig. Für dich, für mich, für uns alle. Denn - so pathetisch das auch klingen mag - jeder von uns könnte morgen auf eine lebensrettende Organspende angewiesen sein. Und wenn diese nur an dem Fakt ‚Aufklärung', ‚Zeit' oder ‚Interesse' scheitert, hat Frankreich alles richtig gemacht. Es verpflichtet seine Bürger, sich aktiv mit der Frage auseinanderzusetzen und eine Entscheidung zu treffen. Es nimmt Angehörigen eventuell die Last, diese Entscheidung später allein treffen zu müssen. Es schafft Vertrauen in das System, weil jeder davon betroffen ist. Und es rettet Leben.

In Deutschland haben wir die Wahl, aber viele von uns treffen sie nicht. Frankreich macht ein Gesetz und somit eine Pflicht daraus - denn manchmal muss man Menschen zu ihrem Glück zwingen. Und das ist es doch wohl, wenn ein anderer Mensch durch unsere Hilfe weiterleben kann.

welt.de

Digitale Beerdigung: Das Streamen nach dem Tod

London – Pop-Star Michael Jackson hatte es und auch die Angehörigen des verstorbenen Boxweltmeisters Muhammad Ali: eine Beerdigung im Livestream. Wer eine gute Internetverbindung besitzt, kann einer Trauerzeremonie im 21. Jahrhundert auch als digitaler Zuschauer beiwohnen. Zumindest, wenn es nach vielen englischen Beerdigungsinstituten geht. Eine Branche, in der man die Digitalisierung nicht unbedingt verorten würde.

Klar ist: Viele moderne Geschäftsmodelle würde es ohne Internet nicht geben, doch auch viele traditionelle Berufe entwickeln sich zum Onlineservice. Rund 88 Prozent der erwachsenen Briten nutzen nach der Statistikbehörde "Office for National Statistics" das Internet, bei den 16 bis 27 Jährigen sind es rund 99 Prozent. Offline bleiben können sich Firmen, unabhängig von ihrer Größe, schlichtweg nicht erlauben.

Nicht nur das Interesse daran, Beerdigungen von Prominenten per Stream zu verfolgen wächst Insgesamt wächst die Nachfrage nach dieser zunächst ungewöhnlichen Form der Trauer. Die englische Ausgabe des "The Economist" gibt an, dass rund 61 Prozent der Angehörigen bei einem Beerdigungsunternehmen nach einer Liveübertragung der Zeremonie fragen.

Rund ein Fünftel der Beerdigungsinstitute sollen schon Kameras besitzen. Experten führen die gestiegene Nachfrage darauf zurück, dass auch immer mehr Engländer im Ausland leben und gleichzeitig mehr Migranten nach England kommen. "Es ist wunderbar für Verwandte, die um Ausland leben", sagt Paul Allcock, der Präsident des Fachverbands "National Society of Allied and Independent Funeral Directors". Ganz billig ist der Service für viele Unternehmen nicht. Die Firma Obitus bringt Kameras ab 2.500 Pfund, also rund 2.800 Euro, am Beerdigungsort an.

Der englische Bestatter H. D. Tribe bietet die Video-Beerdigung schon seit 10 Jahren an, führt aber die gestiegene Nachfrage auf das Kundenverhalten zurück. Familien würden die High-Tech Beerdigung inzwischen als normal ansehen. Den Geschäftsführer des Institutes William Warren aus Worthing in West Sussex wundert das nicht: "Alles ist heute auf Social Media." Nach dem Dienst würde seither fast täglich nachgefragt werden. Am Ende seien es rund 20 Prozent der Kunden, die den Service beanspruchen.

Wer möchte kann sich die Beerdigung sogar auf DVD anschauen. Für diesen Service erhebt H.D. Tribe nur eine kleine Gebühr. Obwohl die Beerdigung schon stattfand, kann man sich so die Trauerfeier auch zu einem deutlich späteren Zeitpunkt anschauen. In Deutschland gibt es nur wenige Unternehmer, die eine Liveübertragung anbieten. Meist sind es Privatpersonen wie Fotografen, die die Beerdigung begleiten würden.

handelsblatt.com

Anonyme Bestattungen: Trauer ohne Ort

München - Wer sich anonym bestatten lässt, tut das oft, um Angehörigen Kosten und Mühen zu ersparen. Experten raten aber, sich das genau zu überlegen, denn: Ein Ort zum Trauern ist für viele Angehörige wichtig. Gerade erlebt wieder eine Münchnerin, was es bedeutet, nicht zu wissen, wo ihre Mutter beigesetzt wird.

Erika Seifert (Namen geändert) ist fassungslos. Dass ihre Mutter Angelika mit 87 Jahren am Tag vor Heiligabend starb, erfährt sie am zweiten Weihnachtsfeiertag. Da liegt der Brief der Städtischen Bestattung im Briefkasten. Sie solle sich um die Bestattung ihrer Mutter kümmern, heißt es darin. Doch so weit kommt es nicht. Wenig später erreicht sie der Anruf eines Stadtmitarbeiters. Ihre Mutter habe verfügt, dass sie anonym bestattet werden wolle. Der gesetzliche Betreuer ihrer Mutter habe diese Verfügung eingereicht. Es sei alles geregelt. "Das geht doch nicht", sagt Seifert. "Ich möchte doch wissen, wo meine Mutter beerdigt wird."

Wie Seifert geht es Menschen immer wieder. 502 Münchner haben im Jahr 2015 festgelegt, dass sie anonym bestattet werden wollen. In der Landeshauptstadt bedeutet das, dass der Tote eingeäschert wird und die Urne auf einer Wiese im neuen Teil des Waldfriedhofs beigesetzt wird – ohne Feier, ohne Angehörige und meist früh am Morgen, wenn der Friedhof für Besucher noch geschlossen ist. Und: Kein Anhaltspunkt verrät, wo der Verstorbene seine letzte Ruhe gefunden hat. Mehr als 20 000 Urnen sind seit 1973 auf diese Weise bereits bestattet worden.

Der Grund dafür, dass Menschen diese Bestattungsform wählen, ist oft derselbe: Die Leute wollen niemandem zur Last fallen, wollen den Angehörigen Zeit, Geld oder das Überbrücken großer Entfernungen für die Grabpflege ersparen. "Namen- und grablos bestattet zu werden, sollte aber wohl bedacht sein", warnt der Bestatter Karl Albert Denk, der seit Jahrzehnten im Raum München tätig ist. "Die Erfahrung hat gezeigt, dass es für Angehörige und Freunde wichtig ist, einen konkreten Ort zu haben, an dem Abschied und Trauer einen Platz haben", heißt es bei Denk weiter. Auch die städtische Friedhofsverwaltung rät Münchnern, sich die Entscheidung gut zu überlegen. "Trauer braucht einen Ort", heißt es von hier.

Genau darum geht es auch Erika Seifert. Es ist nicht in erster Linie der Schmerz, nicht bei der Beisetzung dabei sein zu können, sondern der fehlende Ort. "Ich will meine Mutter doch besuchen können", sagt sie. Erfahrung mit verzweifelten Menschen, die den genauen Bestattungsort ihrer Angehörigen ausfindig machen wollen, hat die Friedhofsverwaltung zur Genüge. "Diese Menschen rufen in der Verwaltung an, gehen die Wiese im Waldfriedhof auf und ab, suchen mit Mitarbeitern an Ort und Stelle das Gespräch. Fast täglich ist dies der Fall", hatte Friedhofschefin Kriemhild Pöllath Schwarz vor einiger Zeit einmal erzählt. Doch helfen können die Mitarbeiter den Suchenden nicht. "Anonym bedeutet, dass niemand erfährt, wo sich das konkrete Grab befindet", sagt Alois Maderspacher, Sprecher im Gesundheitsreferat, dem die Friedhofsverwaltung angegliedert ist. Der letzte Wille des Verstorbenen muss respektiert werden.

Oft herrscht auch der Irrglaube vor, eine anonyme Bestattung sei die günstigste Art der Beisetzung. Zwar sind die Kosten für die Trauerfeier, die Einäscherung und die Bestattung in einem Urnengrab identisch. Doch bei den Grabgebühren geht es auch mit geringeren Kosten: Für ein anonymes Grab auf der Wiese am Waldfriedhof fallen einmalig 450 Euro an. Ein eigenes Urnen-Erdgrab ist dagegen schon für 25 Euro im Jahr zu haben, in zehn Jahren fallen also nur 250 Euro an. Und: Menschen, die sich eine Bestattung ihrer Angehörigen nicht leisten könne, hilft ohnehin das Sozialreferat.

Auch, wenn es nicht um den Preis einer Bestattung geht: Die Experten raten in jedem Fall dazu, die Entscheidung für eine anonyme Bestattung sorgfältig abzuwägen – "und sie vor allem mit den nächsten Angehörigen eingehend in Hinblick auf die damit verbundenen Konsequenzen zu besprechen", wie Maderspacher betont.

Die Zahl der anonymen Bestattungen indes ist derzeit stabil. Seit 2010 bewegt sie sich zwischen 500 und 600 im Jahr. Der Hintergrund ist auch, dass in jenem Jahr die Friedhofssatzung der Landeshauptstadt geändert wurde. Seither muss der Wunsch nach einer anonymen Bestattung nicht nur mündlich überliefert, sondern schriftlich verfügt sein.

Angehörige, die Zweifel haben, ob der Wunsch nach einer anonymen Bestattung tatsächlich dem Wunsch des Verstorbenen entspricht, können zivilrechtlich dagegen vorgehen. Auch Seifert will von diesem Recht Gebrauch machen. Wer rechtzeitig die städtischen Friedhöfe informiere – solange die anonyme Beisetzung noch nicht erfolgt ist – müsse lediglich sein Verwandtschaftsverhältnis zum Verstorbenen belegen. "Dann wird die Beisetzung bis zur Klärung ausgesetzt", sagt Maderspacher. Ein Erbschein müsse hierfür nicht vorliegen.

tz.de

In der Presse lesen Sie immer wieder, dass Verstorbene oft über viele Kilometer in andere Bundesländer zur Einäscherung gefahren werden.

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